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Süßes Lob

Ich sehe sie mir an, diese Backvideos im Internet. Stundenlang. Einfach, weil es so gemütlich ist. Die werfen da nur so mit Zucker und Schokolade um sich, trennen Eier wie von Zauberhand, nie geht was schief, und am Ende kommen die tollsten Plätzchen und Kuchen bei raus. In nur zwei Minuten. Kalorien? Nicht existent. Ich möchte dann immer in frisch gestärkter Schürze, mit Glöckchenmusik im Hintergrund, in meiner Küche stehen und backen wie das Christkindchen.

„Tina in Küche, üble Gerüche! Außerdem, zu viel Süßes ist ungesund“, sagt Icke und wedelt mit einem Paket Knäckebrot. „Wenn du da Zimt drauf streust, isses so ähnlich wie nen Keks.“
„Blödmann! Ich finde, zur Weihnachtszeit gehören Plätzchen einfach dazu.“
„Das findest du die übrige Zeit im Jahr auch.“
„Ach, halt die Klappe.“

Back mich

Und dann entdecke ich das perfekte Rezept.

Liebliche Lobkuchenmänner

500 Gramm Selbstliebe-Mehl
250 Gramm Harmonie-Honig
80 Gramm Schmeichel-Butter
120 Gramm Zufrieden-Zucker
2 mittelgroße Ei-Ei-Ei-Eier
2 Teelöffel Nachsichtigkeits-Natron
1.5 Esslöffel Lobkuchen-Gewürz

Für die Glasur
30 Gramm Eigenweisheit
200 Gramm Glücks-Puderzucker

Na bitte, sowas hat die gut sortierte Hausfrau (also ich) ja immer vorrätig.
Ich mische, rühre, knete und forme vor mich hin und schiebe mein Werk schließlich in den Ofen. Nach der Backzeit hole ich eine ganze Schar aufmunternd lächelnder Lobkuchenmänner wieder heraus und lege sie zum Abkühlen auf ein Gitter. Gut sehen sie aus. Zufrieden mache ich mich auf zu einem Hundespaziergang.

Es ist ein Lob entsprungen

Als ich zurückkomme, sind die Lobkuchenmänner weg.
Ich renne ins Wohnzimmer, wo Icke auf dem Sofa thront und sich den Bauch reibt.
„Icke, Du verfressenes…“
„Prinzessin, ich muss sagen, backen kannst du! Nein, ich muss es anders formulieren. Du bist die weltbeste Bäckerin.“
Ich starre Icke verwirrt an. „Wie bitte?“
„Tut mir leid, dass ich alle aufgegessen habe, aber die waren sowas von köstlich. Backst du die nochmal?“
„Ehm…“
„Übrigens, die Schürze steht dir ausgezeichnet!“
Ich sehe an mir runter und stelle entsetzt fest, dass ich mit dem Teil durch die Nachbarschaft gelatscht bin.
Icke lächelt. „Du kannst einfach alles tragen. Komm, setz dich zu mir. Ich habe dir einen Advents-Tee gemacht. Für heute hast du genug getan. Du bist einfach die Beste! Das wollte ich dir schon lange mal sagen.“
„Icke, bist du sicher, dass es dir gut geht?“
„Aber ja, Herzchen. Wenn du da bist, gehts mir immer gut.“
„Ich rufe jetzt die Feuerwehr!“

Dann geht mir ein Advents-Licht auf und ich denke fieberhaft darüber nach, wo ich eine ganze Containerladung von diesem Lobgewürz herbekomme. Das kann man sicher auch über Chips streuen und in Glühwein rühren. Ich meine, kann ja nicht schaden. Jetzt zur Vorweihnachtszeit…oder?

Mit Lob und Seele,

TINA

4 Kommentare

  1. Margrit 27. November 2019

    Lobkuchengewürz 😊 das brauche ich auch. Für meinen Chef, meinen manchmal grummeligen Mann, für alle die nerven, und, und, und. 😁 Wo hast du das her? Gibt es das beim „Friede-Freude-Eierkuchen-Versand“ oder nur bei Tante Emma?

    • Tina Autor des Beitrages | 27. November 2019

      oder bei AMORZON 😀 😀 😀

      • Muschelschubser 27. November 2019

        oder bei LObi ?! 😉

        • Tina Autor des Beitrages | 27. November 2019

          hahahahhahaah! Ja auch!!

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