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Ganz im Vertrauen!

Man liest es dieser Tage überall: Wenn etwas im Leben wichtig ist, dann Selbstvertrauen. Ohne geht gar nichts. Wer kein Selbstvertrauen hat, ist ein armes Würstchen. Ich kann da ziemlich entspannt sein, denn über die Jahre habe ich festgestellt, dass ich mich in vielen Dingen vollkommen auf mich verlassen kann.

Wohin?

Nehmen wir meinen Orientierungssinn. Der ist bei mir ungefähr so ausgeprägt wie bei einem Rosinenbrötchen. Ich kann also vollständig darauf vertrauen, dass ich mich garantiert verlaufe oder verfahre und nie direkt zum Ziel finde. Praktisch, denn so sehe ich immer etwas von der Landschaft und brauche mir keine Sorgen machen, dass ich überpünktlich bin.
Oder beim Shoppen: Gehe ich in einen Laden hinein, kann ich sicher sein, dass ich, wenn ich wieder herauskomme, in die Richtung zurückgehe, aus der ich gekommen bin, ohne es zu merken. Zwar kommen mir die Schaufensterdekorationen dann seltsam bekannt vor, aber ich gelange auch schneller wieder zum Auto zurück und gebe nicht sinnlos viel Geld aus. (Schön wäre allerdings, wenn ich mich dann auch erinnern könnte, wo genau im Parkhaus ich den Wagen abgestellt habe.)

Das andere Links

Sagt mir jemand, ich soll links abbiegen, erwische ich gerne das falsche Links. Vor allem dann, wenn es schnell gehen muss und ich keine Zeit habe, darüber nachzudenken. Auf diese Weise sorge ich dafür, dass mein Beifahrer wach bleibt und mitdenkt. Das ist gut fürs Gehirn und sorgt zudem für konstruktive Diskussionen während der Fahrt.
Wenn sich dann auch noch das Navigationssystem einmischt und stoisch seine Anweisungen wiederholt, wird es richtig lustig. So lernt man, auch in hektischen Momenten die Nerven zu behalten.

Die Kasse wird geschlossen

Wie beruhigend zu wissen, dass ich im Supermarkt immer an der falschen Kasse anstehe. Nämlich an der, die gerade geschlossen wird oder wo vorne eine alte Dame in Zeitlupe ihre Sachen aufs Band legt, während ich es eilig habe. Eine willkommene Zeit, ein wenig zu meditieren und andere dabei zu beobachten, wie sie wie Lemminge von einer Kasse zur anderen stürzen, um schneller zu sein.
Bei den Einkaufswagen vor dem Supermarkt suche ich mir zumeist den aus, der die Euromünze entweder nicht annimmt oder nicht wieder herausgibt. Oder bei dem ein Rad kaputt ist und ich mit dem Ding immer im Kreis fahre. So kann ich schnell und einfach Aggressionen abbauen.

In schöner Regelmäßigkeit verlege ich Schlüssel, Handy oder Portemonnaie. Sogar meine Hausschuhe stelle ich an Orten in der Wohnung ab, wo ich sie nicht wieder finde. Also kann ich mir vertrauen, dass ich immer einen guten Überblick habe, wo was NICHT ist und plane immer ein wenig extra „Suchzeit“ ein. Wenn ich dran denke.
Desweiteren neige ich zu Vergesslichkeit. Das ist auf den erste Blick unschön. In Wahrheit aber …ehm… was wollte ich jetzt sagen?

Vergiss es…

Dinge, die so verlässlich funktionieren, sollte man nicht ändern, finde ich. Aber Icke macht mir Vorhaltungen. „In deinem Alter müsstest du doch endlich mal gelernt haben, dich zu organisieren!“
Ihn (und nicht nur ihn!) nervt mein ewiges Gesuche und Herumirren. Also arbeite ich mit Zetteln und Post-Its gegen das Vergessen an. Ich klebe sie überall hin, aber wenn sie länger als einen Tag hängen, beachte ich sie nicht mehr oder kann mich nicht erinnern, was das schnell gekritzelte Zeichen darauf bedeutet. Icke bekommt dann eine Krise und geht mir mit seinem Geschimpfe so lange auf die Nerven, bis ich ihm androhe, dass ich ihn womöglich eines Tages auch einfach vergesse. Zack, weg!
Seltsamerweise nimmt Icke diese Drohung immer sehr ernst und hängt dann überall an strategisch wichtigen Stellen in der Wohnung Zettel mit seinem Namen auf. Ich weiß auch nicht, was er hat. Vermutlich ein Kindheits-Trauma oder so.
Aber ich muss jetzt los. Ich habe das Gefühl, als hätte ich gerade irgendwo einen Termin. Aber wo? Bei wem? Ich frage mal Icke…vielleicht weiß der was.

Mit Schreib und Seele,
Tina

Und? Worauf könnt Ihr Euch bei Euch selbst immer verlassen?

2 Kommentare

  1. Gesine 23. Februar 2019

    Mensch Tina,

    das andere Links kenne ich auch. Es ist immer das andere. Lustig wird es, wenn mein Mann meine Richtungswahl trotzdem richtig findet. Zwei vom gleichen Schlag.
    Leider nervt ihn mein Suchen nach allem, was ich gerade dringendst brauche trotzdem. Tja, wenn ich meinen Schlüssel nicht finde, muss ich halt abends zu Hause klingeln.

    Liebe Grüße,

    Gesine

    • Tina Autor des Beitrages | 25. Februar 2019

      Hauptsache, du findest auch nach Hause, um zu klingeln, Gesine 🙂

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