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Alles in Ordnung?

Ist bei Euch alles in Ordnung, liebe Leser? Ich finde ja, Ordnung ist wie eine Jahreszeit. Sie kommt und sie geht. Zumindest bei mir.
Im Moment herrscht gerade eher Herbststimmung. Auf dem Schreibtisch liegen überall lose Blätter herum. Im Wäschehaufen könnte ein Igel überwintern und in der Küche sieht es aus wie nach einem kräftigen Herbststurm.

Hempels

„Wie bei Hempels unterm Sofa“, kommentiert Icke die Situation und lässt sich auf Selbiges fallen.
„Entschuldigung? Duhuuuu könntest ja mal deine Chipskrümmel aus der Sofaritze puhlen, bevor da noch Champignons wachsen!“
„Ich bin hier nicht für Ordnung zuständig.“, sagt Icke und schaltet den Fernseher ein.
„Ne stimmt, nur für Unordnung! Ist mir auch schon aufgefallen.“
„Kann ich ja nix zu, dass ich in so einem Chaos-Haushalt gelandet bin!“
In mir steigt ein hysterischer Anfall auf. „Chaos-Haushalt!? Das sagt ausgerechnet der faulste Sack, den die Welt je gesehen hat? Ich, mein lieber Icke, bin genau genommen, ein zutiefst ordentlicher Mensch. Ich liebe Ordnung. Veehre sie geradezu. Am liebsten würde ich alles in kleine Schublädchen sortieren und beschriften. Ich möchte so leben, wie die Menschen in der Waschmittel-Werbung. Alles riecht nach Rosen und strahlt in unbeflecktem Weiß.“

Unordnung mit System

„Und warum tust du es dann nicht?“
„Weil in der Waschmittelwerbung keine dicken Kritiker mit ausgebeulten, grauen Jogginghosen auf dem Sofa thronen und unablässig vor sich hin krümeln. Deswegen!“
„Ach, jetzt bin ich auch noch Schuld!“
„Ja! Nein! Auch! Ich habe eben mein eigenes Ordnungssystem.“
„Genau, deswegen suchst du auch mindestens dreimal täglich dein Handy, deinen Autoschlüssel oder deinen Kopf.“
„Das liegt nicht an mangelnder Ordnung, sondern daran, dass du mich ständig vollquasselst und ich mich dann nicht konzentrieren kann.“
„Ja ne, is klar!“

Routine

Trotzig gehe ich in die Küche und fange an zu spülen.
Neulich las ich irgendwo, dass William McRaven, ein überaus smarter US-Officer, sagt, wer sein Leben verändern will, soll jeden Morgen sein Bett machen. ‚Jeder, der das schafft, kann danach noch eine Aufgabe erledigen. Und noch eine und noch eine.‘
Die Amerikanerin Marla Cilley, auch bekannt als Fly Lady, setzt auf die stets sauber geputzte „magische Küchenspüle“ und kleine, erreichbare Schritte als Arbeitseinheiten. Der Haupttrick scheint darin zu liegen, überhaupt irgendwo mit irgendwas anzufangen. Wie immer im Leben.
Während ich meine Spüle schrubbe, denke ich, dass Mister McRaven gut reden hat. Im Bett eines Navy Seals Officers wird morgens weder ein Icke noch ein Hund liegen, die sich beide nochmal umdrehen und weiterschlafen, wenn man das Bett machen will.

Wer suchet…

Eigentlich bin ich auch gar nicht unordentlich. Ich bin nur phasenweise etwas weniger strukturiert. Das hängt mit dem Wetter, kosmischen Strahlen, Hormonen, Mondphasen und der allgemeinen politischen Weltlage zusammen. Und eben ganz klar auch davon, wie sehr mir Icke in den Ohren liegt. Quasselt er besonders viel und laut, bin ich weniger aufmerksam, lasse Dinge liegen oder vergesse dieses und jenes. Neulich habe ich quälende Minuten meinen Haustürschlüssel gesucht, bis ich festgestellt habe, dass ich ihn die ganze Zeit in der Hand hatte. (Ich wünschte, das würde mir auch mal mit meinen Socken passieren!)

Disziplin

Jedenfalls, der nächste Ordnungs-Frühling naht. Ich kann es spüren. Icke kriegt Chipstüten-Verbot auf dem Sofa und der Hund wird lernen, sein Spielzeug wegzuräumen, wenn er es gerade nicht braucht. Ich werde jetzt Ordnungs-Drill-Sergeant im eigenen Haushalt. Staubsauger und Wischmopp könnten auch ruhig mal ein bisschen mehr Disziplin vertragen!
Was ich allerdings immer noch nicht begreife: Wo verdammte Hacke ist die teure Handcreme, die ich neulich gekauft habe? Die hab ich doch ins Regal im Badezimmer gestellt. Oder nicht? In der Handtasche ist sie nicht mehr…! Vielleicht in der Küche??
„ICKE!!! Hast du meine Handcreme gesehen????“
…..

Mit Schreib und Seele,
Tina

PS: Wo ist denn jetzt meine Handtasche?
PSS: Warum muss man eigentlich nie nach dem inneren Kritiker suchen, wenn man ihn gerade überhaupt nicht finden will?
PSSS: Oder anders ausgedrückt: Warum findet man den inneren Kritiker immer, ohne dass man ihn sucht?
PSSSS: versteht mich jemand?
PSSSSS: ach egal…

6 Kommentare

  1. Margrit 23. Januar 2019

    Mein Mülleimer und ich sind inzwischen Freunde. Er ist gefräsig und will regelmäßig gefüttert werden. Das wirkt sich positiv auf die Ordnung in der Wohnung aus. Allerdings gibt es noch so geheime Ecken, die wie durch Zauberhand plötzlich vollgestellt sind.

    • Tina Autor des Beitrages | 23. Januar 2019

      Ja, diese geheimen Ecken…kenne ich.
      was ganz gut hilft ist: Für jedes neue Teil, ein Altes weg tun.
      Schaffe ich nicht immer, aber immer besser 🙂

  2. Gerrit 23. Januar 2019

    Ist Icke eigentlich männlich ?
    Es ist doch Dein innerer Kritiker…..müßte sie nicht weiblich sein! 😉

    Liebe Grüße
    Gerrit

    • Tina Autor des Beitrages | 23. Januar 2019

      ja Icke ist männlich.
      ich habe lange darüber nachgedacht, warum. Und letztlich gibt es nur eine sinnvolle Erklärung:
      Er ist versehentlich bei mir gelandet.
      Eigentlich sollte er zu einem Mann, aber irgendwas ist schief gelaufen.
      Und jetzt muss ich mich mit ihm rumschlagen…
      So siehts aus!

  3. Ralf 24. Januar 2019

    Ordnung ist wie eine Jahreszeit… Herrlich!

    • Tina Autor des Beitrages | 24. Januar 2019

      🙂 🙂

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