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Tod eines Kritikers

Icke und ich sitzen auf dem Sofa und gucken Tatort.
„Sag mal, warum schreibst du eigentlich nicht auch mal nen Krimi?“, fragt Icke und stopft sich Chips in den Mund.
„Ach, ich habs nicht so mit Mord und Totschlag.“
„Dafür braucht man aber nicht viel. Täter, Mord, Leiche und einen Kommissar mit Alkoholproblem. Und natürlich seine Kollegin, entweder etwas blöd oder verliebt oder frisch von der Polizeischule.“
„Na, wenns so einfach wäre!“, entgegne ich und knabbere an einem Möhrenstängchen. (Anm. Autor: Möhrenstängchen???? Was ist denn das für ein Quatsch? Ach, egal, ich lass das jetzt so!)
„Ja gut, den einen oder anderen Dialekt müsstest du noch einbauen. Am besten Österreichisch. Damit auch wirklich keiner was versteht!“
„Ne, lass mal Icke, Krimi ist echt nicht mein Ding. Das können andere besser.“
„Stimmt, du hast es ja auch nicht so mit Logik. Du bringst es noch fertig, dass sich die Leiche post mortem in den Kommissar verliebt!“
„Blödmann! Aber du bringst mich gerade auf ne Idee.“, sage ich und mache ein sehr nachdenkliches Gesicht. „Es gab doch sicher noch nie einen Tatort, in dem ein innerer Kritiker ermordet wurde.“
„Ey! Jetzt mal sachte, Fräulein.“
„Der könnte zum Beispiel irgendwo eine Klippe runterstürzen und keiner findet ihn. Keine Leiche, kein Mörder, keine Handlung. Also genau so, wie ein guter deutscher Krimi sein muss. Dazu ein bisschen psychodelisch verwackelte Kameraführung. Fertig!“
„Vergiss es. Innere Kritiker kann man nicht einfach umbringen. Die sind quasi unsterblich!“
„Ich hab im Netz aber gelesen, wenn man euch liebevoll annimmt und umarmt, dann löst ihr euch zumindest vorübergehend in Luft auf!“
„Fass mich ja nicht an!“
„Oh Icke…!“
„Geh weg! Lass das!“
„Isch liebe disch! Isch nehme dich aus vollem ‚erzen an. Isch will für immer meine Namen mit dir tanzen, Cherie! Und deine Namen auch. Komm, lass disch drücken!“
Icke fuchtelt rum. „Sei doch mal ruhig! Jetzt hab ich wegen dir nicht mitbekommen, wer der Täter ist!“
„Wer hat denn mit dem Unsinn angefangen!? Also gut, wenn ich dich weder umbringen noch weg lieben kann, schicke ich dich ins nächste Dschungelcamp. Dann wäre da wenigstens mal einer drin, der den meisten zumindest bekannt vor kommt. Und ich könnte in Ruhe Tatort gucken!“
„Gibts da Chips?“
„Nein! Mehlwürmer!“
„Ne, dann bleib ich hier.“
„Dschungelcamp oder Tod durch Klippensturz! Kannste dir aussuchen!“
„Chips!“

Mit Schreib und Seele,
Tina

4 Kommentare

  1. Margrit 16. Januar 2019

    Das mit dem Duschungelcamp ist eine tolle Idee. Und im Dschungel hat es auch soooooo viel Platz. Allerdings müsste es dann heißen: Ich bin ein Innerer Kritiker – lass mich nicht mehr raus.

    • Tina Autor des Beitrages | 17. Januar 2019

      Aber nicht auszudenken, wenn er Dschungelkönig würde!!! 🙄

  2. Margrit 23. Januar 2019

    Hi, hi – Icke als Dschungelkönig. Was für ein Chaos.

    • Tina Autor des Beitrages | 23. Januar 2019

      soweit lasse ich es nicht kommen!

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