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Schnarchen verboten!

Ich finde, Schnarchen ist Körperverletzung. Unentschuldbar. Eines der fiesesten Geräusche überhaupt! Icke meint, ich wäre da einfach zu empfindlich. Klar meint er das. Er schnarcht ja selbst wie ein verschnupftes Walross.
Der folgende Text ist, zugegeben, schon einige Jahre alt, aber da es auf dieser Welt immer noch schnarchende Männer (und Ickes) gibt, hat er an Gültigkeit nicht verloren.

Hund versus Mann

(Eine fast wissenschaftliche Studie)
Im Laufe meines Lebens habe ich folgende Feststellung gemacht: Ich ertrage einen schnarchenden Hund in meinem Bett besser als einen schnarchenden Mann. Genau genommen entlockt mir ein schnarchender Hund ein mildes Lächeln, wohingegen ein das gleiche Geräusche erzeugender Mann bei mir Mord-Gelüste hervorruft. Schnarcht der Hund, schlafe ich alsbald selbst ein. Schnarcht der Mann, liege ich wach und überlege, wo genau in der Küche das Tranchiermesser liegt. Natürlich habe ich mich auch gefragt, warum das so ist und begonnen, Fallstudien am lebenden Objekt zu betreiben. Das Ergebnis ist also, wenn man so will, wissenschaftlich belegt. 

Ab ins Bett

Hauptstudien-Objekt „Hund“ ist klein (knapp 7 Kilo), männlich und den Platz im Bett hat er sich mit so charmanten Tricks erschlichen, dass meine halbherzigen erzieherische Gegenmaßnahmen ungehört verhallten. Hier zeigt sich schon der erste Unterschied zu einem Mann: Wenn ein Mann (selten unter 70 Kilo) ins Bett kommt, wird Frau es auf jeden Fall bemerken, da er sich mit vollem Kampfgewicht in die Matratze fallen lässt und das Lattenrost zum höchstmöglichen Durchbiege-Winkel zwingt. Frau kann dann von Glück sagen, wenn sie durch die entstehenden Druckwelle nicht aus dem Schlafzimmer geweht wird.

Schnarch-Diagnose

Liegt Hund also schnarchend neben mir, vermittelt mir dies die Information: Es geht ihm gut! 
Wenn ein Mann an meiner Seite liegt und schnarcht, kann ich mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, es geht ihm nicht gut! Denn entweder leidet er an Übergewicht, hat vor dem Zubettgehen ein Übermaß an Alkohol und/oder Zigaretten konsumiert oder ärgert sich schon seit Jahren mit einer inoperablen, schiefen Nasenscheidewand herum. In allen drei Fällen wird sich das Schnarchen die Nacht hindurch steigern. 

Besitzanspruch

Mein schnarchender Hund drückt mit seiner entspannten, auf dem Rücken liegenden Körperhaltung aus, dass er meine unmittelbare Nähe sehr schätzt. Ein schnarchender Mann liegt meistens auch auf dem Rücken, mit halb geöffneten Mund und weit von sich gestreckten Armen und Beinen. Diese Körperhaltung drückt aus: Das Bett gehört mir!  Um seine innere Einstellung zu unterstreichen, wird er der neben sich liegenden Frau hin und wieder- angeblich unbewusst- den Ellbogen ins Gesicht rammen, bis diese unfreiwillig aus dem Bett stürzt und von dort aufs Sofa umzieht. Der Mann wird die Abwesenheit natürlich nicht bemerken – was einem Hund wiederum nie passieren könnte. Er folgt Frauchen aufs Sofa, egal wie klein das ist.

Vergebene Liebesmüh‘

Manchmal erwacht mein Hund kurz, blinzelt mich an und schläft wieder ein. Er hat dabei nur überprüft, ob ich auch wirklich noch da bin.
Ein Mann öffnet (wenn überhaupt) ein Auge nur dann, wenn Frau ihm bereits seit geraumer Zeit auf dem Brustkorb herumhämmert, weil sein Schnarchen die Lautstärke eines alten Traktors angenommen hat. Verzweifelt ist sie darum bemüht, dass der Mann sich auf die Seite rollt, damit das Schnarchen ein Ende findet. Folgt er ihrer Aufforderung, dann nur, um sofort wieder auf den Rücken zu rollen, sobald sie auch nur darüber nachdenkt, einzuschlafen.
Unterbricht mein Hund sein Schnarchen, um durchs Bett zu kriechen und sich vorsichtig in meine Armbeuge zu legen, weiß ich, er sucht Körperkontakt und möchte kuscheln. Ein Mann, der nächtens durchs Bett robbt und Körperkontakt sucht, will sehr wahrscheinlich NICHT kuscheln…

Der Morgen danach

Sobald der Morgen anbricht, weckt mein Hund mich, indem er mich voller Liebe ein Weile betrachtet und dann mein Gesicht mit Küssen bedeckt. Die Erleichterung, dass ich wieder aufgewacht bin (und es vor allem bald Frühstück gibt), ist ihm dabei ins Gesicht geschrieben. 
Ein Mann, der, wenn überhaupt, morgens neben dem Bett seiner Frau steht, wird sagen: „Schatz, übrigens, die Cornflakes und der Joghurt sind alle. Das Bier auch. Denk dran, heute zwischen zehn und achtzehn Uhr kommt der Schornsteinfeger. Ach, und ich komme heute Abend später. Ich gehe mit den Jungs noch ein Bierchen trinken.“ (Was so viel heißt wie: „Danach schnarche ich dann wie zehn rostige, alte Trecker!“)

Männer sind toll!

Nicht, dass hier der Eindruck ensteht, ich würde Männer nicht mögen. Ich finde Männer toll! Wenn sie nicht schnarchen. Männer pinkeln zum Beispiel nicht überall dran. Das ist ein riesen Vorteil gegenüber dem Hund. Und: Sie können elektrische Geräte reparieren und mit Computern umgehen. Sie wissen in der Regel, wie man ein Auto abschleppt, einen Schlagbohrer bedient und was Abseits bedeutet. Welcher Hund weiß das schon? Nein wirklich, Männer sind eine tolle Erfindung! Es soll ja angeblich auch nicht schnarchende männliche Exemplare geben. Ich vermute aber, die werden in geheimen Schlaf-Labors zu Forschungszwecken gefangen gehalten.

Übrigens

Ich selbst schnarche nicht. Ich wüsste auch nicht, warum ich das tun sollte. In den acht Stunden Schlaf (die ich unbedingt benötige, wenn ich als freundliche und ausgeglichene Person in Erscheinung treten möchte), schalte ich quasi in den Stand-By-Modus. Ich bewege mich kaum und gebe keinerlei Geräusche von mir. Ich atme auch nicht. Für die nötige Sauerstoffzufuhr des Gehirns reicht es, wenn ich ab und an träume, ich würde atmen.
An dieser Stelle schließe ich meine Studie vorerst, werde sie aber bei weiteren Erkenntnissen umgehend ergänzen.
Übrigens: Während ich diese Zeilen schreibe, liegt mein Hund bereits im Bett und ich kann sein leises Schnarchen hören! Herrlich!

FROHES NEUES JAHR!!!

Mit Schreib und Seele,
Tina

PS ja doch! Es gibt auch schnarchende Frauen. Das ist auch sehr schlimm!

6 Kommentare

  1. TinaAssika 2. Januar 2019

    Das finde ich auch toll: Männer pinkeln nicht überall dran… 🙂 🙂 🙂
    Ich schmeiß`mich weg.. 🙂

    Ansonsten:
    Tina, wir sollten uns niemals ein Zimmer teilen müssen. 😉

    Liebe Grüße und ein wunderbares 2019 Dir, Icke, dem Hund, dem Schlafzimmer, deinem Schreibplatz, den Pferden….

    • Tina Autor des Beitrages | 2. Januar 2019

      Tina, dir auch ein gutes 2019. Und bestimmt schnarchst du ganz hinreißend. Geht als TINA ja gar nicht anders 😀

  2. Eileen 3. Januar 2019

    Immer wieder herrlich deine Texte zu lesen 🙂 Wünsche dir auch ein frohes neues Jahr!

    Ich habe zum Glück eins der Laborexemplare erhalten, mein Mann schnarcht nie.

    Viele Grüße Eileen von http://www.eileens-good-vibes.de

    • Tina Autor des Beitrages | 3. Januar 2019

      hast du ihn einem Labor abgekauft??? 😀 dachte, die geben die nicht raus…oder ist er geflüchtet?
      Dir/Euch auch ein frohes neues Jahr!!

  3. Margrit 5. Januar 2019

    Wenn Mann schnarcht, kann Frau das als Mitschnarch-Gelegenheit betrachten. Und wenn es der „Mister Right fürs Leben“ ist, kann man zwischen harmonischem Synchron-Schnarchen und klassischem Duett-Schnarchen wählen. 😁

    • Tina Autor des Beitrages | 9. Januar 2019

      Oder ihm liebevoll ein Zelt zum Schlafen in den Garten stellen!?

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